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Alljährlich läutet das Krakauer Haus den Herbst mit der „PolenAllergie“ ein: Das Musikfestival ist die beste Behandlung gegen etwaige Vorurteile in Bezug auf polnische Musik. Die eingeladenen polnischen Musiker präsentieren verschiede Facetten der aktuellen polnischen Musikszene und kurieren so jegliche Berührungsängste effektiv und nachhaltig. Die Konzerte sind die einzelnen Impfdosen – je mehr man besucht, desto besser für das eigene Wohlbefinden!

Ort und Veranstalter: Krakauer Haus

Eintritt: jew. 8 Euro, Einlass 19.30, Konzertbeginn 20 Uhr

Reservierungen per Mail kontakt[at]krakauer-haus.de
   
KRISTEN  FREITAG, 5.10.2018

Die diesjährige Ausgabe von PolenAllergie startet fulminant: Die experimentelle Post-Rock-Indie-Alternative-Band Kristen ist weit jenseits der polnischen Grenzen Kennern ein Begriff. Ihr Sound ist von internationalem Rang und wird von so manchem Musik-Journalisten als Antwort auf das angesehen, was sich in der amerikanischen Alternative-Szene der 90er Jahre ereignete. Ihr aktuelles Album mit dem programmatischen Titel „Las“ (poln. für „Wald“) aus dem Jahr 2016 ist ein weiterer großer Wurf der Band, die 1997 gegründet wurde.

Die Band, ursprünglich bestehend aus den drei Musikern Mateusz Rychlicki (Percussion/Electronics), Łukasz Rychlicki (Gitarre) und Michał Biela (Vocals/Bass) wird seit ihrem vorletzten, ebenfalls sehr erfolgreichen Album „The Secret Map“ durch Maciej Bączyk (Synthesizer) ergänzt, der nun festes Bandmitglied ist.

 
Musikalisch laden die Musiker in die verheißungsvollen Tiefen eines Klangwaldes ein, in dem Melodien, Rhythmen und Geräusche die Sinne in einen hypnotisch-experimentellen Strudel ziehen. Unzählige Elemente gibt es in der massiven Wall of Sound zu entdecken: Meditative Wiederholungen, verschwurbelte Gitarrenspielereien und verhallte, elektronische, verzerrte Klänge bilden einen eigenen, fremdartig wunderschönen Kosmos und versetzen die Zuhörerschaft in eine Art Trance-Zustand. Strukturen entstehen und fallen wieder in sich zusammen, um von neuem erschaffen zu werden. Man kann diese experimentelle, progressive Art von Musik schwer in Worte fassen, man muss sie erleben. Ein Live-Konzert von Kristen trägt in jedem Fall zum Wohlbefinden bei, vor allem, wenn man bereit ist, sich voll und ganz hinzugeben und von ihrer Sound-Welle tragen zu lassen, um einen Zustand der Vertiefung und Glückseligkeit zu erreichen. Hochgelobt von der Musikpresse sind Kristen auch auf zahlreichen internationalen Festivals aufgetreten, etwa 2012 beim Primavera-Festival in Barcelona, 2014 beim Cineast-Festival in Luxemburg und beim Incubate-Festival in Holland. Und natürlich gastieren sie stets in vorderster Reihe auf polnischen Festivals, die sich dem Art-Rock/Experimental-Genre widmen.


KIRSZENBAUM  SAMSTAG, 20.10.2018

Das Werk von Kirszenbaum – das Duo ist beheimatet in der polnischen Künstlermetropole Krakau - ist ein wilder Ritt durch Post-Folk-Landschaften gepaart mit verschiedensten Genres: Da treffen slawische Rhythmen auf Tom-Waits-hafte Klänge auf die Klangwelten der Band Junip. Zola tanzt zu Klezmer, während Henry Miller in einem melancholischen Karussell verweilt. Es scheint sich um Jazz zu handeln! Der stark von elektronischen Elementen geprägte Sound der Band setzt sich u.a. aus live eingespielten Loops, eng verwobenen Gitarrenklängen und einer Post-Rock-Geige zusammen. Heraus kommt eine zeitgemäße und sehr eigene Interpretation slawischer und angelsächsischer Folk-Musik mit Klezmer-Elementen.

Kenner hören sofort die Einflüsse von Warren Ellis, Tom Waits, Fink und Nick Cave. Die Texte indes sind von großen Literaten geprägt, etwa Franz Kafka, Alber Camus oder Terry Pratchett.

 
Für das Auge gibt es auch etwas zu erleben, denn zur Live-Musik werden Video-Collagen gezeigt, die von Stummfilmen und dem frühen Science-Fiction-Kino inspiriert sind. Ein Konzert von Kirszenbaum ist eine dunkle Postfolk-Klangreise von Tove Jansson zu Friedrich Nietzsche und darüber hinaus. Das Duo hat es bereits bis weit über die Grenzen Krakaus gebracht, sogar auf dem Taubertal Festival in Rothenburg o.d.T. kam man schon in ihren Genuss! Die beiden Künstler Kacper Szpyrka (Philosoph und Geiger) und Kuba Wiśniewski (Anglist und Songwriter) arbeiten seit Langem zusammen, haben als Formation „Pora Wiatru“ über 150 Konzerte zusammen gespielt und u.a. den Hauptpreis bei der polnischen Ausgabe des Emergenza-Festivals gewonnen. Aktuell arbeiten die beiden eng mit dem Schlagzeuger Krzysiek Zawidowski zusammen: Ihr Mini-Album „Maszyny Trurla“ widmet sich dem legendären, weltbekannten polnischen Science-Fiction-Autor Stanisław Lem. Man darf gespannt sein auf dieses außergewöhnliche Werk.


CHŁOPCY KONTRA BASIA  SAMSTAG, 27.10.2018

Weiter geht die Kur gegen eine mögliche „Polenallergie“ mit Chłopcy kontra Basia, einer in Krakau entstandenen Formation, die slawische und balkanische Volksmusik mit Jazz und Folk zu einer reizvollen Mischung vermengt: sie präsentieren polnische, serbische, ukrainische und weißrussische Volksmusik in zeitgemäßem Gewand.

Die Texte spielen sich in einer transzendent-mythischen Welt ab, in der Magie und Vorsehung eine große Bedeutung haben. Sie stammen aus der Feder der Sängerin Barbara Derlak, die in ihnen Gespräche mit Tieren und Pflanzen, das Erwachsenwerden, die Ehe, mythische Wesen und Gott thematisiert. Sie sind inspiriert von der Sagenwelt, alten Legenden und Volksliedern der slawischen Kultur. Ihr Gesang ist zeitgemäß, expressiv und intensiv.

 
Hier und da übernimmt Barbara Derlak die Rolle der Erzählerin einer Geschichte. Begleitet wird sie von Marcin Nenko (Kontrabass) und Tomasz Waldowski (Perkussion, Gitarre u.a.). Der Mittelpunkt der Klangwelt von Chłopcy kontra Basia, ist der Kontrabass, der bereits im Bandnamen in einem Wortspiel Eingang findet. Die Band feierte national wie international bereits große Erfolge, etwa den Sieg beim „World Music Network“ für den besten Song im Bereich World Music. Ihr Song „Jerzy“ wurde auf die Compilation „The Rough Guide to Undiscovered Musik“ aufgenommen. Auch ihre ersten beiden Alben wurden von der polnischen Musikwelt sehr gelobt und für den polnischen Musikpreis „Fryderyk“ nominiert. Außerdem kann man das Trio auf der CD und DVD „Grzegorz Ciechowski - spotkanie z legendą“ finden, die dem herausragenden polnischen Musiker Grzegorz Ciechowski gewidmet ist. Auch die Theaterbühne ist ihnen nicht fremd: Für die Musik zu „Morfina“ nach Szczepan Twardoch wurden sie von den Kritikern hochgelobt, außerdem spielten sie zum Stück „Portet Damy“ (Porträt einer Dame) am Theater Wybrzeże in Danzig die eigens von ihnen dafür komponierte Musik ein.  


ADAM JARZMIK QUINTET  SAMSTAG, 3.11.2018
Der junge Bandleader – Adam Jarzmik ist Jahrgang 1990 – hat bereits einiges vorzuweisen: Nachdem er an der Karol-Szymanowski-Musikakademie in Katowice Jazzpiano studierte, ist er dort seit 2015 als Dozent tätig. Den größten Einfluss auf sein Schaffen hatte das Studienfach „Komposition und Arrangement“, in dem er das nötige Handwerkszeug lernte, um seine Ideen in Kompositionen umzusetzen.

Mal melancholisch, dann wieder schnell und treibend, durchkomponiert bis zur letzten Note und trotzdem zugänglich und nahbar zeigen die Musiker um Adam Jarzmik ihre Version des Jazz. Das herausragende Zusammenspiel von Jakub Łęba am Tenor-Saxophon und Paweł Palcowski an der Trompete zeigt beide Instrumente von einer ganz neuen, weichen Seite. Der Einsatz verschiedener perkussiver Elemente von Schlagzeuger Piotr Budniak ergänzt diese einzigartige Symbiose ohne selbst in den Hintergrund zu treten.

 
Hinzu kommt natürlich der Bandleader mit seinen über allem schwebenden Klavierkompositionen und Maciej Kitajewski am Kontrabass, der dem Ganzen weit mehr als nur ein Fundament verleiht: Er entlockt dem Kontrabass berührende Klänge, die das musikalische Gesamtbild komplettieren.

Am eindrucksvollsten zeigt sich das Zusammenspiel wohl auf dem Track „Domenicas Dream“ auf dem aktuellen Album „Euphoria“. Jarzmik ist ein begnadeter Komponist und Arrangeur: Die Ergebnisse seiner intensiven Arbeit wurden bereits mit etlichen Preisen bedacht, u.a. mit dem Grand Prix bei der 52. Ausgabe von Jazz nad Odrą (Wroclaw, 2016), dem ersten Preis bei der Blue Note Competition (Poznan, 2016) und vielen weiteren nationalen Preisen. Das Adam Jarzmik Quintet spielte auf allen bedeutenden Jazz-Festivals in Polen und nahm sehr erfolgreich an zahlreichen wichtigen Jazz-Wettbewerben teil, die in Polen einen großen Stellenwert und eine lange Tradition haben. Doch auch international ist man auf das Quintett aufmerksam geworden: 2017 erhielt Adam Jarzmik mit seinen Musikern den zweiten Preis beim Bigsky Jazzfestival in Russland, den Sonderpreis beim Sibiu Jazz Festival in Rumänien und war Finalist beim Gexto Jazz Festival in Spanien. Auch spielten sie bereits Konzerte in New York, England und der Slowakei. Sie brachten bereits zwei Alben heraus: Das Studio-Album „Euphoria“ und das Live-Album „Live in Katowice“.


 
Kartenreservierung für alle Konzerte: kontakt/at/krakauer-haus.de

 

 

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